01.05.2016 - 06.05.2016 Jugendorchester Karben auf Konzertreise in Italien

„Zwei Schulen, Zwei Städte, zwei Länder – eine Sprache: Musik“

Es ist Samstag, der 1. Mai  2016, 18.00 Uhr. 67 Schülerinnen und Schüler der Kurt-Schumacher-Schule Karben und 5 Lehrkräfte haben Koffer, Instrumente, Noten und Notenständer auf 2 Reisebusse verladen und starten gen Süden,  um im italienischen Chieti gemeinsam mit den MusikerInnen des dortigen Instituto Comprensivo II einige Konzerte zu bestreiten, aber auch um Land, Leute und Kultur kennenzulernen.

War die Busreise zunächst von vielen aufgeregten Gesprächen über das Kommende geprägt, beruhigten die von den Mamas belegten Brötchen und Getränke bald die Lautstärke. Vor dem Gotthardtunnel hörte man dann meist nur noch ein gleichmäßiges Atmen, wenngleich die Anpassung an die beengten Bussitze einigen (Lehr-)Körpern doch recht schwer fiel …

Bei der Weiterfahrt rückte nun die Betrachtung der wunderschönen Landschaft Italiens hinzu. Zeitweilig kam man mit dem Gucken kaum hinterher, da es zu allen Seiten hin Berge, Wiesen, Meer und malerische Städte zu sehen gab. Selbst die eifrigsten Facebook-Schreiber konnten sich von ihren Smartphones loseisen, um die zum Teil verschneiten Bergkuppen und das sich weit ausbreitende Blau des Meeres zu bestaunen. Ganz im Sinne des Betreuerteams neigten sich auch die Akkus der Smartphones langsam aber sicher dem Ende zu…

Nach etwa 18-stündiger Fahrt erreichten wir am Nachmittag endlich unser Ziel Fara San Martino, von majestätischen Bergen umgeben, wunderschön und malerisch im Nationalpark der Majella gelegen.Allerdings waren die letzten Kilometer wegen der „mörderischen“ Serpentinen für viele von uns eine echte Herausforderung. Diesmal waren wir gemeinsam mit den italienischen Schülerinnen und Schülern in einem großen Hotel untergebracht. Die Zimmer teilten sich dabei deutsche und italienische SchülerInnen – schon eine gewisse Herausforderung, gerade wenn man sich teilweise mit Händen und Füßen verständigen musste.

 

Benvenuti a Fara San Martino!

Am Hotel angekommen begaben wir uns rasch ins Restaurant, denn die perfekt al dente gekochten italienischen Nudeln wollten wir nicht allzu lange auf uns warten lassen.

Nachdem wir anschließend die Koffer in die Zimmer gebracht hatten und das erste „Beschnuppern“ mit den Zimmermitbewohnern stattgefunden hatte, blieb kurz Zeit zur Entspannung, bevor die ersten Orchesterproben begannen. Leider mussten die im Programm angekündigten Kennenlernspiele mit Sport und Animation im Außenbereich des Hotels wegen der schlechten Wetterverhältnisse ausfallen.

Am nächsten Tag begann nach einem typisch italienischen Frühstück, das – für viele von uns herzhaften Frühstückern eher ungewohnt – aus Milchkaffe, Weißbrot und süßen Brotaufstrichen bestand, das Tagesprogramm mit einer geführten Besichtigung des Dorfes Fara San Martino. Unsere eigens dafür organisierte Stadtführerin zeigte uns die bekanntesten und interessantesten Gebäude und Plätze des Dorfes. Die malerisch schöne Altstadt und die zauberhafte Umgebung waren sehr beeindruckend. Nach vielen Fotos und Selfies vor der atemberaubenden Kulisse der Berge war die Besichtigung des Naturwissenschaftlichen Museums an der Reihe, wo man u.a. Wissenswertes über Flora und die in diesem Nationalpark einheimischen Wölfe und Bären erfuhr.

Der Nachmittag war dann für Orchesterproben reserviert und abends fand bereits eine Art öffentliche Generalprobe in einem der Hotelsäle statt.

Das Wetter meinte es diesmal nicht so gnädig mit uns: Es war die ersten Tage über kühl und regnerisch, ungewohnt für italienische Verhältnisse. So ging es auch mit äußerst wechselhaftem Wetter am nächsten Tag weiter, als wir das ortsansässige Werk des weltbekannten Pasta-HerstellersDe Cecco besichtigten. Nach der Führung durften sich dann alle im werksinternen De Cecco-Laden mit kulinarischen Mitbringseln wie Olivenöl und Pasta in jeglicher Form und Couleur eindecken.

Am selben Abend fand ein Konzert mit Kammermusik der Schülerinnen und Schüler im Stadttheater von Fara San Martino statt. Hierfür hatten sich einzelne Musiker sowie Ensembles verschiedenster Größe und Besetzung eifrig vorbereitet. Die Auftritte der italienischen und der deutschen Musiker waren durchaus gelungen und die Begeisterung des Publikums dementsprechend groß. Den erhabenen Abschluss machte ein Blechbläser-Quartett der KSS mit einer abwechslungsreichen Mischung aus alter Musik und modernen „jazzigen“ Klängen.

Am nächsten Vormittag  waren dann wieder Proben für den Höhepunkt der Austauschfahrt angesagt: Am selben Abend sollte das gemeinsame Konzert der beiden Orchester vor großem Publikum im würdevollen Ambiente des Teatro Marrucino in Chieti stattfinden. Daher wurde jetzt auch erstmalig zusammen mit dem italienischen Orchester mit Namen „We Care“ geprobt: Beide Orchester sollten gemeinsam ein Arrangement des monumentalen Film-Soundtracks zu „Gladiator“ aus der Feder des italienischen Kollegen Paolo Angelucci aufführen. Dieser musikalische Austausch war schon etwas Besonderes für alle Beteiligten, bot sich hier doch die Gelegenheit zu einem Orchester in nahezu vollständig sinfonischer Besetzung zu verschmelzen.

 

Teatro Marrucino  und Discoparty

Nachdem die gemeinsame Probe beider Orchester erfolgreich verlaufen war, sollte nun die Generalprobe im alten Teatro Marruccino stattfinden. Schließlich waren alle bereit und wir konnten den Bus Richtung Chieti  starten. Die Fahrt dahin dauerte wesentlich länger als geplant, so dass die Zeit zum Proben sehr knapp war. So musste leider auch der geplante Spaziergang in die Stadtmitte von Chieti verschoben werden. Auch war eine Anfahrt bis ganz zum Theater nicht möglich, die letzten 500 Meter mussten also die Instrumente und zum Leidwesen der „starken Jungs“ auch die Pauken geschleppt werden. Das war aber kein Problem – alle waren gut gelaunt und jede/r packte mit an.

Im Teatro herrschte erstmal etwas Verwirrung: Wo müssen wir hin? Welche Umkleidekabinen dürfen wir benutzen? Wo ist die Toilette? Und das wichtigste für unsere Damen: „Wo gibt es Spiegel? Wir müssen uns doch schminken!!!“

Schnell war alles geklärt und wir konnten loslegen. War das Theater von außen schon pompös, war der Blick von der Bühne einfach nur beeindruckend. „Ein Theater wie in einem Sissi-Film“, wurde der Blick auf die 5 Ränge mit den 6er Kabinen im Rundbogen von einer Schülerin kommentiert. Alles mit feinsten Holzschnitzereien und rotem Samt edel ausdekoriert. In so einem edlen Ambiente hatte wohl noch niemand von uns gespielt…

Die Generalprobe lief prima – dann hieß es umziehen, Outfit glätten, noch schnell ein Gruppenfoto und hinaus auf die Bühne.

Das große Konzert begann zunächst mit dem Auftritt eines Chores von Kleinkindern. Der Rahmen des Konzertes wurde nämlich dafür genutzt, für einen kleinen 4-Jährigen Italiener zu spenden, der an einer seltenen genetischen Krankheit leidet. Und für eben jenen kleinen Valerio sangen seine Kindergartenfreunde.

Nach diesem rührenden Moment wurden aber erst einmal die üblichen und notwendigen Reden gehalten: Von der Schulleiterin in Chieti über den Vertreter des Bürgermeisters, bis hin zu Valerios Eltern wurden gegenseitige Gruß- und Dankesworte ausgetauscht. Auch wir bedankten uns  im Namen des Orchesters für die wunderbare Gastfreundschaft und für das sehr großzügige Entgegenkommen von Gemeinde und Schule, hatten diese doch viele Gelder für unseren Aufenthalt bereitgestellt.

Der eigentliche Hauptteil des Konzertes begann dann, anders als im Vorjahr, mit dem Auftritt der Gastgeber, die ein wundervolles und emotional anrührendes Programm darboten, darunter Arrangements der berühmten Musik aus der Swarovski-Werbung, bis hin zu Adaptionen großer Werke italienischer Meister. Ein Highlight war sicher der Auftritt des Flötenlehrers auf italienischer Seite, Sandro Coppola, der mit seinem virtuosen Solo zum feurigen Tango „Por una Cabeza“ für Begeisterung sorgte.

In der zweiten Konzerthälfte kamen dann die „Tedeschi“, die Deutschen, zum Zug. Unter Leitung der vier Dirigenten Claus Carsten Behrendt, Veronika Jezovšek, Marvin Ullrich und Yorck Ruffmann spielte das große Orchester von über 60 Schülern, das sich erstmals aus Musikern der drei Jugendorchester der Schule zusammensetzte, einen gelungenen Auftritt mit Stücken unterschiedlichster Wesensart: von der spritzigen „Skygazer Fanfare“ über das pompöse und eleganten „Chantueri“ bis hin zum energiestrotzenden „Power Play“. Gerade angesichts der Tatsache, dass sich diese Gruppierung erst am zurückliegenden Wochenende zur ersten gemeinsamen Probe überhaupt getroffen hatte, war dies schon eine tolle und nicht zu gering zu bewertende Leistung aller Musikerinnen und Musiker.

Den Abschluss des gelungenen Konzertes bildete dann der epische „Gladiator-Soundtrack“, der, wie bereits oben beschrieben, von einem gemischt italienisch-deutschen Orchester aufgeführt wurde. Viel Beifall und der Wunsch nach einer Zugabe war die Folge.

Nach dieser Energieleistung hieß es dann: Jetzt wird gefeiert! Dafür hatte man eine Discoparty in der Hotel-Discothek  organisiert. Nach einer kleineren Odyssee der deutschen Busen durch die nächtliche Hügellandschaft des Abruzzen-Nationalparkes, während der die Serpentinen erneut einigen von uns zu schaffen machten, gelangte man schließlich am Hotel in Fara an. Nach einem schmackhaften Abendessen begann die Feier. Diese fand in den Räumen der Jugend-Disko im Keller statt. In rustikalem Ambiente, jedoch zu unablässig stampfenden Bässen aus den Lautsprechern wurde bis weit nach Mitternacht getanzt, wobei besonders die Jüngeren unter den Schülern die mit Abstand größte Tanzwut bewiesen. Für die „stillen Genießer“ ergab sich die Möglichkeit im Rezeptionsbereich Klavier zu spielen und zuzuhören.

 

Ciao! Ci vediamo – Wir sehen uns wieder!

Am darauffolgenden Tag, dem letzten des Aufenthalts, stand am Vormittag bei endlich herrlichem Wetter die Besichtigung der Felsschluchten von Fara San Martino auf dem Programm. Natürlich darf dabei auch ein wenig Kultur nicht fehlen! Und so wurde die Gruppe sichtlich müder Musikerinnen und Musiker von einer sachkundigen Führerin zielsicher durch das Naturschauspiel  bis zum Kloster von San Martino gelotst, was bei Jugendlichen in diesem Alter im allgemeinen große Begeisterung auslöst.

Zurück im Hotel hatten die Schülerinnen und Schülern nun noch eine knappe Stunde zu Verfügung, dann hieß es Abschied nehmen. Koffer wurden gepackt und in die Busse verladen, viele Worte der Freundschaft und des Dankes wurden zwischen Italienern und Deutschen ausgetauscht, zusammen mit dem Versprechen, sich im nächsten Jahr wieder zusehen.

Dann setzten sich die Busse in Bewegung, allerdings mit einem kurzen Abstecher nach Chieti, wo endlich das schon längst versprochene und heiß ersehnte „gelato“, das einzig echte und wahre Speiseeis, verkostet werden sollte. Danach hieß es dann: Volldampf Richtung Norden. Nach weiteren langen aber doch eher erträglichen 18 Stunden schließlich rollten wir wieder in heimatlichen Gefilden auf dem Gelände der KSS ein, wo schon die Eltern darauf warteten, ihre weitgereisten Schützlinge in Empfang zu nehmen.

Zum Schluss

Etwas grundsätzlicher gefasst erfüllt dieser Austausch, wie jeder andere Schüleraustausch, den europäischen Gedanken mit Leben. Er macht das Gemeinsame, aber auch die Vielfalt innerhalb des gemeinsamen Hauses Europa begreifbar. Die Schüler erleben dies in den Gastfamilien unmittelbar und sicherlich authentischer als aus der Touristenperspektive – Kultur und Mentalität konnten unmittelbar erfahren werden. Über die Musik kam man sich näher - die Musik wurde als gemeinsame Sprache genutzt.

Vielen Dank an alle, die die Konzertreise unterstützt haben, insbesondere an die Stadtkapelle Karben e.V., den Förderverein der Kurt-Schumacher-Schule und die Stadt Karben!

Claus-Carsten Behrendt und Yorck Ruffmann 

 

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03.05.2014 - Jugendorchester "Intermezzo" in Italien

„Zwei Schulen, Zwei Städte, zwei Länder – eine Sprache: Musik“

Es ist Samstag, der 3. Mai  2014, 22:30 Uhr. Alle Schüler der Kurt-Schumacher-Schule Karben schlafen friedlich in Ihren Betten und träumen von einem schönen Sonntag… 

Alle? Nein! Eine kleine Gruppe von 45 unbeugsamen Jugendorchestermitgliedern bricht auf in ihre „verspäteten Osterferien“. Doch halt!!! Als Ferien kann man ihren kurzen Aufenthalt in Chieti in Italien nicht betrachten, schließlich gilt es zwei Konzerte zu spielen, zwei Städte zu besichtigen und die malerische Natur der Abruzzen zu genießen. Zwar liegt Rom in der Nähe, doch eine Fahrt dorthin konnte leider nicht im „Zeitbudget“ untergebracht werden.

Doch zurück nach Karben: Da standen nun die jungen Musikerinnen und Musiker vom Jugendorchester Intermezzo samt Eltern am Busrondell der Kurt-Schumacher-Schule und umrundeten den Bus. Dirigent war in diesem Moment nun der Busfahrer und Chef-Chauffeur„Siggi“, der Haare-raufend die Kofferträger hin- und her dirigierte und mit musikalischem Know-How verblüffte, hatte er das Orchester doch schon mehrfach gefahren: „Äh- muss die Tuba auch mit? Wow – sind die Pauken wirklich so groß?“ Nach kurzen Befürchtungen nicht alles mitnehmen zu können gab es aber Entwarnung – alles wurde souverän untergebracht und es konnte pünktlich losgehen.

Gen Süden

War die Busreise zunächst von vielen aufgeregten Gesprächen über das Kommende geprägt, beruhigten die von den Mamas belegten Brötchen und Getränke bald die Lautstärke. Vor dem Gotthardtunnel hörte man dann meist nur noch ein gleichmäßiges Atmen, wenngleich die Anpassung an die beengten Bussitze einigen (Lehr-)Körpern doch recht schwer fiel – das Fluchen darüber war durch die darüber befindlichen Alpen aber sehr gedämpft.

Nach dem eher grauen und feuchten Wetter in Deutschland erwarteten uns beim Zwischenstopp in Italien bereits sommerliche und freundliche 23 Grad. Die Sonnenmilch wurde gezückt – welches Wetter würde uns wohl in Chieti vergönnt sein?

Bei der Weiterfahrt rückte nun die Betrachtung der wunderschönen Landschaft Italiens hinzu. Zeitweilig kam man mit dem Gucken kaum hinterher, da es zu allen Seiten hin Berge, Wiesen, Meer und malerische Städte zu sehen gab. Selbst die eifrigsten Facebook-Schreiber konnten sich von ihren Smartphones loseisen um die zum Teil verschneiten Bergkuppen zu bestaunen. Ganz im Sinne des Betreuerteams neigten sich auch die Akkus der Smartphones langsam aber sicher dem Ende zu…

Nach etwa 20-stündiger Fahrt erreichten wir am Nachmittag endlich unser Ziel Chieti.

Wir erreichen Chieti

Spätestens beim Erreichen des ausgemachten Treffpunktes wurde uns bewusst, dass Chieti in einer hügeligen Gegend liegt und dass ein Bus nicht bei gefühlten 100%Steigung und 1,50m Straßenbreite anhalten und ausladen kann, zumal auch beide Seiten der Straße mit den Autos der Gastfamilien zugeparkt waren (Andeutung: Autofahren in Italien ist auch etwas sehr spezielles…).

Hier zeigte sich nun eine erste Stärke des Betreuerteams: Frau Curto (Italienisch-Lehrerin an der KSS) verhandelte gestenreich (wie in Italien üblich) mit den Italienern, Herr Ruffmann und Herr Behrendt (Musik-Lehrer an der KSS) wiesen den Bus ein, gleichzeitig wirkte Frau Schmitt (Stadtkapelle Karben) auf den Busfahrer ein, während Herr Ulrich (Stadtkapelle Karben) die Schülerinnen und Schüler in Schach hielt.

Schnell wurde ein anderer Treffpunkt ausgemacht, ein Autokorso, angeführt von unserem Bus, ergoss sich über die engen Spitzkehren, bis wir schließlich auf einem größeren Parkplatz ankamen, wo alle Platz zum Parken hatten.

Italienisch-leidenschaftliche Begrüßung

Im Voraus hatten sich viele Schülerinnen und Schüler bereits per Internet miteinander bekannt gemacht. Mit welcher Herzlichkeit und Freundlichkeit unsere jungen Musikerinnen und Musiker nun aber begrüßt wurden, ließ allen ganz warm ums Herz werden: Da wurden die von der langen Busfahrt etwas zerknitterten Schüler in den Arm genommen, gedrückt und geherzt,  als seien es die eigenen Kinder, die nach monatelanger Klassenfahrt nach Hause kommen…

Alle wussten gleich: Hier sind wir absolut richtig!

Rasch wurden die Koffer in die Autos umgeladen und dann ging es direkt in die Gastfamilien – die Berichte, was dort an Pizza und Pasta am Abend dann aufgefahren wurde, überschlugen sich am nächsten Morgen beim gemeinsamen Treffen.

Frühsport, Frühstück  und Konzert

Nach einem typisch italienischen Frühstück, das aus Milchkaffe, Weißbrot und süßen Brotaufstrichen bestand, begann das Tagesprogramm mit der Teilnahme am Sportunterricht . Bei Volleyball und Basketball wurden nach anfänglich kritischem Beäugen gelungene Ballwechsel schnell umjubelt. Die Sprachbarrieren wurden rasch durchbrochen und alle unterhielten sich untereinander einfach auf Englisch – erste freundschaftliche Bande wurden geknüpft.

Nach einem gemeinsamen zweiten köstlichen Frühstück wurde es dann „offizieller“. Nach kurzer Probe durfte das Jugendorchester Intermezzo die Begrüßungsfeier musikalisch umrahmen und bekam nach der Eröffnungsouvertüre großen Applaus. Schulleiterin, Musiklehrer und einige Schüler begrüßten die Musikerinnen und Musiker aus Karben wiederum auf das herzlichste. Die italienischen Schülerinnen und Schüler der Schule „Chiarini-De Lollis“, einer sogenannte „Scuola Media“, also einer „Mittelschule“ für die Jahrgangsstufen 6-8, hatten zwei Präsentationen vorbereitet. Zum einen stellten sie den deutschen Gästen die Stadt Chieti mit einem bedeutenden archäologischen Fund (einer Kriegerstatue) vor, zum anderen gaben sie einen Einblick in das italienische Schulsystem. Dazwischen gab ein italienisches Gitarrenensemble eine musikalische Kostprobe mit Astor Piazollas legendärem Stück „Libertango“.

Zwei Schüler aus Karben, Julia und Robert,  stellten dann das deutsche Schulsystem (auf Englisch) vor und regten so zum Nachdenken und Vergleichen an. Interessant war auch zu erfahren, dass die musikalische Grundausbildung in Italien vor allem innerhalb des schulischen Musikunterrichtes stattfindet. Musikschulen wie bei uns gibt es nicht. Wer seine musikalische Ausbildung in Italien vertiefen möchte, muss sich an Privatlehrer oder private Musikschulen wenden, die zum Teil sehr teuer sind.

Der Nachmittag war dann für Orchesterproben reserviert. Zwischendurch haben wir immer wieder das tolle Wetter genossen. Wer nicht gerade die Sonne anbeten wollte, konnte entweder mit italienischen Schülern weiter Basketball spielen, oder bei Herrn Ruffmann einen Frisbee-Kurs zum Thema „spektakuläre Wurftechniken“ belegen.

Der Balkon der Abruzzen und eine Nonne mit drei Brüsten

Am nächsten Tag wurden wir nach dem Frühstück mit einer Stadtführung durch das äußerst malerisch gelegene Städtchen Guardiagrele – dem „Balkon der Abruzzen“, wie man es nennt – kulturell gebildet. Unsere extra organisierte Stadtführerin zeigte uns die bekanntesten und interessantesten Gebäude und Plätze der Stadt. Die malerisch schöne Altstadt und die zauberhafte Umgebung waren sehr beeindruckend. Kein Wunder, dass diese Stadt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten bestückt war – wunderschöne Kirchen und Klöster, sowie alte Gebäude in engen Gassen prägen das Stadtbild.

Besonders neugierig waren die Schülerinnen und Schüler allerdings auf die „Nonne mit den drei Brüsten“, deren Ankündigung bereits im Bus heftige Unruhen hervorgerufen hatte. Dahinter verbirgt sich eine leckere Süßspeise (ähnlich einem gefüllten Windbeutel), deren Entstehung eine geschichtsträchtige Vergangenheit hat. (Näheres erzählen die Intermezzos gerne im persönlichen Gespräch!).

Alle durften dann etwas Freizeit genießen: Mitbringsel shoppen, ein Café besuchen oder einfach weiter bummeln gehen und die schöne Aussicht genießen.

Diese Entspannung war auch wichtig, denn wie Chieti ist auch Guardigrele auf einem Hügel gelegen, was umfangreiches Treppensteigen bedeutete…

Am Nachmittag waren dann wieder Proben für den Höhepunkt der Austauschfahrt angesagt: Am folgenden Tag sollte das gemeinsame Konzert vor großem Publikum stattfinden. Daher wurde jetzt auch erstmalig zusammen mit dem italienischen Orchester geprobt: Beide Orchester sollten gemeinsam die jeweiligen Nationalhymnen spielen sowie die „Ode an die Freude“ von Ludwig van Beethoven.

Als zunächst Intermezzo die Stücke für den großen Konzertabend probte, hörten bereits einige italienische Schüler zu. Als wir dann ein Medley mit italienischen Songs (Azzuro, Gloria,…) auflegten, waren diese kaum noch zu halten und sangen lauthals mit – ein untrüglicher Beleg für die zeitlose Beliebtheit dieser Klassiker bei Italienern aller Generationen. Der Applaus nach diesem Stück und die Rufe „We love you!“ bestätigten die richtige Wahl dieses Titels.

Saiteninstrumente+Blasinstrumente+Schlaginstrumente = großes Sinfonieorchester

Eine ganz besondere Möglichkeit des gemeinsamen Musizierens ergab sich durch die besondere Art der Zusammensetzung der beiden Jugendorchester: Das Blasorchester aus Deutschland („Orchestra di Fiati“) und das Streichorchester (bereichert durch Gitarren und Perkussionsinstrumente) verschmolzen miteinander zu einem großen Sinfonieorchester. Schade nur, dass die Bühnen so klein waren und nicht immer alle 90 Schülerinnen und Schüler gleichzeitig musizieren konnten.

Das Musizieren vor Publikum ist immer eine wichtige Erfahrung für junge Musiker. Das gemeinsame Musizieren, das integraler Teil des Austausches ist, erweiterte den musikalischen Horizont der Karbener Schülerinnen und Schüler enorm: Wie ist das so mit Streichern? Oder Originalton der Schüler: „Oha! – Der [italienische Dirigent] dirigiert ja ganz anders, da muss ich genau schauen…“

Ein ganz besonderes „Schmankerl“ ergab sich, als unsere Euphonium-Spielerin Milena den Taktstock ergriff und die Leitung des Orchesters übernahm: Vertieft in Gespräche während einer Pause hörten die LehrerInnen von draußen plötzlich das Orchester von innen spielen. Schnell gingen Frau Curto, Frau Schmitt, Herr Ulrich, Herr Ruffmann und Herr Behrendt in den Probensaal. Dort saß das Orchester hochkonzentriert und gut musizierend auf der Bühne und probte unter Anleitung von Milena. Nach einigen Minuten konstruktiven Probens gelang ihr allerdings die Nachahmung von Herrn Behrendt so gut, dass am Ende großes Gelächter ausbrach. Alle waren gut gelaunt und der italienische Dirigent lobte wiederholt de Disziplin von „Intermezzo“.

Theatro Marruccino und Pizzapolonaise

Nachdem die gemeinsame Probe beider Orchester erfolgreich verlaufen war, sollte nun die Generalprobe im alten „Teatro Marruccino“ stattfinden. In der Nacht vorher wurden noch letzte Vorbereitungen getroffen: So wurden von den Musiklehrern noch einige Noten für die Trompeten und Euphonien umgeschrieben, zum Teil aus der Partitur herausgeschnippelt, zum Teil auf dem Laptop wegen der Transposition eingegeben. Schließlich waren alle bereit und wir konnten den Bus Richtung Zentrum starten. Leider war eine Anfahrt bis ganz zum Theater nicht möglich, die letzten 500 Meter mussten also die Instrumente und zum Leidwesen der „starken Jungs“ auch die Pauken geschleppt werden. Das war aber kein Problem – alle waren gut gelaunt und jede/r packte mit an.

Im Teatro herrschte erstmal etwas Verwirrung: Wo müssen wir hin? Welche Umkleidekabinen dürfen wir benutzen? Wo ist die Toilette? Und das wichtigste für unsere Damen: „Wo gibt es Spiegel? Wir müssen uns doch schminken!!!“

Schnell war alles geklärt und wir konnten loslegen. War das Theater von außen schon pompös, war der Blick von der Bühne einfach nur beeindruckend. Ein Theater wie in einem „Sissi-Film“, wurde der Blick auf die 5 Ränge mit den 6er Kabinen im Rundbogen von einer Schülerin kommentiert. Alles mit feinsten Holzschnitzereien und rotem Samt edel ausdekoriert. In so einem edlen Schuppen hatte wohl noch niemand von uns gespielt…

Die Generalprobe lief prima – dann hieß es umziehen, Outfit glätten, noch schnell ein Gruppenfoto und hinaus auf die Bühne.

Das große Konzert begann zunächst mit den Nationalhymnen. Schon beim Musizieren der deutschen und italienischen Hymne hatten viele eine Gänsehaut, genau wie beim weiteren Verlauf des Konzertes.

Nach den Hymnen wurden aber erstmal Reden gehalten: Von der Schulleiterin in Chieti über den Bürgermeister, bis hin zum Kulturdezernenten der Region wurden gegenseitige Gruß- und Dankesworte ausgetauscht. Auch Herr Behrendt bedankte sich im Namen des Orchesters für die wunderbare Gastfreundschaft und für das sehr großzügige Entgegenkommen von Politik und Stadt, hatten diese doch sehr viele Gelder für unseren Aufenthalt bereitgestellt.

Dann aber wurde die Aufregung der jungen Musikerinnen und Musiker nicht weiter strapaziert, und sie durften so richtig beginnen mit ihrem großen Auftritt. Die erste Konzerthälfte durfte von den „Tedeschi“, den Deutschen bestritten werden. Das Jugendorchester Intermezzo legte mit der „Phoenix Ouverture“ dem Wortlaut entsprechend einen feurigen Start hin und spielte im weiteren Verlauf unter anderem eine Suite von barocken Tänzen aus der Feder des Italieners Lorenzo Pusceddu – natürlich auch ein musikalischer Gruß an unsere Gastgeber! Besonders ins Zeug legten sich die Musikerinnen und Musiker selbstverständlich bei dem Medley der „Italo Pop Classics“, einer Hommage an die musikalischen Größen der italienischen Popmusik. Mit dem Hit „Evil Ways“ von Carlos Santana beendete Intermezzo seinen formidablen Auftritt, dirigiert von Marvin Ulrich. Nach der Pause begaben sich die Musikerinnen und Musiker in die für sie vorgesehenen edlen Logen-Kabinen des Theaters, und nun übernahm das italienische Orchester das Bühnengeschehen. Unter der Leitung von Dirigent Paolo Angelucci überzeugten die Schülerinnen und Schüler mit anspruchsvollen und pfiffigen Arrangements klassischer Werke wie etwa Beethovens 5. Sinfonie oder Auszügen aus Mozarts Zauberflöte. Daneben wurde das einfühlsame musikalische Thema zum Film „Forrest Gump“ sowie der emotionsgeladene Soundtrack von „Gladiator“ präsentiert. Das Orchester wurde vom lokalen Publikum wie auch von den deutschen Gastschülerinnen und –Schülern mit enthusiastischem Applaus bedacht und somit für eine lange und intensive Probenarbeit belohnt – ein wirklich gelungenes und wunderschönes Konzert beider Orchester und gerade für die jungen Musikerinnen und Musiker aus Karben angesichts des grandiosen Ambientes im „Teatro Maruccino“ bestimmt ein unvergessliches Musikerlebnis...

Nach dieser Energieleistung hieß es im Anschluss: Feiern, bis der Arzt kommt. Dafür hatte man extra in einem Nachbarort eine Pizzeria gebucht, die ALLEN Beteiligten – also Musikerinnen und Musikern, den Gasteltern sowie den Lehrkräften der italienischen wie der deutschen Schule Platz bieten sollte. Nach einer kleineren Odysee des deutschen Buses durch die nächtliche Hügellandschaft der Abruzzen-Ausläufer, während der diverse Navigations-Instrumente auf ihre Tauglichkeit hin überprüft wurden, gelangte man schließlich an besagter Pizzeria an. Drinnen war groß eingedeckt worden und ein eigens für die Feier engagierter DJ hatte bereits seine Arbeit aufgenommen. Dann begann der Festschmaus. Dass man in Sachen wunderbar schmackhaftes Essen in Italien absolut an der richtigen Adresse ist, das war der Gruppe aus Deutschland in den Tagen zuvor bereits offenbar geworden. Hier bestätigte sich der Eindruck einmal mehr – auch, was die Mühe und die Reichhaltigkeit anbelangte, welche die Italiener uns Gästen zuteil werden ließ. Einmal mehr waren wir überglücklich und schwer beeindruckt von einer phänomenalen Herzlichkeit und Gastfreundschaft! Schnell entwickelten sich interessante und anregende Tischgespräche, die allerdings schon nach kurzer Zeit zur akustischen Belastungsprobe wurden – nämlich in dem Maße, in dem der DJ so langsam aber sicher begann, seine Lautstärkeregler nach oben zu schieben. Dies wiederum erfreute die Jugend im Saal um so mehr, und so fand sich nach nicht allzu langer Zeit ein turbulenter und quietschfideler Haufen bunt gemischter Jugendlicher aus Italien und Deutschland auf der Tanzfläche ein und ließ den Boden zu den derzeit angesagten Partykrachern erbeben. Eine Polonaise folgte auf die andere, und wenn sie nicht gegen Mitternacht so langsam aber sicher von den allmählich müder werdenden Gasteltern abgeholt worden wären, wer weiß – vermutlich hätten sie die Nacht durchgetanzt...

Abschied & viele Tränen

Am darauffolgenden Tag, dem letzten des Aufenthalts, stand am Vormittag bei herrlichem Wetter ein Rundgang durchs schöne Chieti  auf dem Programm. Natürlich darf dabei auch ein wenig Kultur nicht fehlen! Und so wurde die Gruppe sichtlich müder Musikerinnen und Musiker von einer sachkundigen Führerin zielsicher durch sämtliche Sehenswürdigkeiten gelotst, was bei Jugendlichen in diesem Alter im allgemeinen große Begeisterung auslöst. Unter anderem wurden die Überreste eines römischen Thermalbades besichtigt; die Anlage und deren Funktionsweise wurde von Schülerinnen und Schülern der Schule Chiarini-De Lollis unter Anleitung der Geschichtslehrerin in mehreren kleinen Referaten erklärt.

Zurück auf dem Schulgelände hatten die Schülerinnen und Schülern nun noch den Nachmittag zur freien Verfügung. Dieser wurde genutzt zum Bummel durch die Stadt, zur Verkostung von echtem italienischen Gelato, einem ausgiebigen Sonnenbad oder aber Sport, Spiel und Spaß mit Ball oder Frisbee-Scheibe.

Dann ging auch dieser Tag zur Neige, und die Schülerinnen und Schüler wurden für ein letztes Abendessen in den Gastfamilien abgeholt. In der allgemeinen Aufbruchsstimmung dämmerte so allmählich dem Einen oder Anderen, dass diese wenn auch sehr kurze doch überaus intensive Phase des Kennenlernens und Miteinanders nun zu Ende ging. Da sah man auf einmal rührende Szenen der Wehmut auf beiden Seiten: Es flossen literweise Tränen und wechselten sich dann wieder ab mit strahlenden Gesichtern bei all den schönen Worten, die noch einmal ausgetauscht wurden. Frau Curto fungierte hier nochmals unverzichtbar als Übersetzerin, um auch ja sicher zu gehen, dass alle Dankesworte, Glückwünsche und Wiedersehensbekundungen richtig übermittelt würden. Es war beeindruckend, wie viel dieser kurze Besuch den jungen Menschen bedeutete. Angesichts dieser Bilder verspürten auch die Betreuer durchaus eine gewisse Rührung.

Nach dem letzten gemeinsamen Abendessen in den Gastfamilien war dann am Bus der endgültige Moment des Abschieds gekommen. Bus-Guru „Siggi“ verstaute all das Gepäck, das bei all den Mitbringseln bestimmt noch einmal mehr geworden war, zielsicher im Rumpf seines Schiffes und war bereit, die Anker zu lichten. Von der offenen Tür des langsam abfahrenden Buses erschallte noch ein letztes Mal die Stimme Herr Behrendts in den Himmel der nächtlichen Abruzzen: „PER-FET-TO!!!“ – ein Wort des Danks an all die wunderbaren Menschen, die unseren Aufenthalt bei ihnen zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht hatten.

Die Rückreise verlief nahezu reibungslos – zumindest für die Fahrtgäste. Unser Tausendsassa Siggi durfte tatsächlich noch auf irgendeiner italienischen Raststätte den ersten Busreifenwechsel seiner Karriere erfolgreich durchführen. Aber auch das konnte unsere sichere und wohlbehaltene Rückkehr in Karben am frühen Abend des folgenden Tages nicht verhindern, wo nach erneuten 20 Stunden Busfahrt haufenweise hundemüde aber überglückliche junge Menschen, die um eine großartige Erfahrung reicher waren, von ihren Eltern in Empfang genommen wurden.

Der Gegenbesuch unserer italienischen Freunde ist für 2015 geplant – eigentlich müssten wir schon jetzt anfangen Kochkurse zu belegen, um allein schon der uns entgegengebrachten kulinarischen Gastfreundschaft gerecht zu werden.

Zum Schluss

Etwas grundsätzlicher gefasst erfüllt dieser Austausch, wie jeder andere Schüleraustausch, den europäischen Gedanken mit Leben. Er macht das Gemeinsame, aber auch die Vielfalt innerhalb des gemeinsamen Hauses Europa begreifbar. Die Schüler erleben dies in den Gastfamilien unmittelbar und sicherlich authentischer als aus der Touristenperspektive – Kultur und Mentalität konnten unmittelbar erfahren werden. Über die Musik kam man sich näher - die Musik wurde als gemeinsame Sprache genutzt.

Vielen Dank an alle die dies (finanziell) ermöglicht haben, insbesondere an den Förderverein der Kurt-Schumacher-Schule und die Stadt Karben!

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Schüleraustausch April / Mai 2012 

Besuch in Chieti

Am Montag, den 30.04.2012 machte sich eine Gruppe von Schülern der Kurt-Schumacher Schule auf den Weg nach Chieti zum Schüleraustausch mit der I.T.C. Sterlich. Nachdem die italienischen Austauschpartner/Innen im Februar schon in Karben zu Gast waren, war die Freude auf ein Wiedersehen groß. Von den Austauschpartnern herzlich am Flughafen in Pescara empfangen, ging es für jeden erst einmal zu seiner Gastfamilie nachhause, um sich nach der nächtlichen Reise zu entspannen. Am Nachmittag traf sich die Gruppe dann wieder zum gemeinsamen Spaziergang durch Chieti, bei dem erste Eindrücke der abruzzesischen Universitätsstadt gesammelt wurden. Am nächsten Tag stand eine Fahrt nach Rom auf dem Plan, bei der die Schüler/Innen von den Lehrerinnen Frau Curto und Frau Dell’Elice begleitet wurden. Über 12 Kilometer legten die Karbener Schüler und ihre italienischen Austauschpartner in der „Ewigen Stadt“ zu Fuß zurück und bekamen dabei unter anderem das Kolosseum, den Trevibrunnen, den Petersdom und den Vatikan zu sehen. An den folgenden Tagen folgten Ausflüge nach Pescara an den Strand, zum Bürgermeister von Chieti und nach Vicoli zu einem landwirtschaftlichen Betrieb, wo die Schüler die Möglichkeit hatten Käse selbst herzustellen. Auch die Teilnahme am Unterricht der Austauschpartner/Innen stand auf dem Plan. Die Abendgestaltung stand den Schülern frei, welche sich zumeist gemeinsam in Chieti oder Pescara trafen, was allen Beteiligten eine Menge Spaß bereitete. Samstags waren die Schüler/Innen bei einer der überaus gastfreundlichen italienischen Familien zum Pizza und „Arrosticini“ essen eingeladen und sonntags gab es dann noch eine kleine Abschlussfeier in einem Wochenendhaus in den Bergen. Die ganze Woche war für die Karbener Schüler ein spannendes und unvergessliches Erlebnis, bei dem viele neue Eindrücke von der italienischen Kultur und den Menschen gesammelt wurden.


Schüleraustausch Februar 2012 – Besuch aus Chieti

Hallo Italien, Ciao Germania

„Ciao“ und „Buonasera“ war am Dienstag, den 14.2.2012 am Bahnhof in Groß-Karben zu hören. Eine Gruppe von italienischen Jungen und Mädchen im Alter von 16-20 Jahren war so eben angekommen und wurde von ihren deutschen Austauschpartnern willkommen geheißen.

Insgesamt nahmen am diesjährigen Italien-Austausch 13 italienische Schülerinnen und Schüler von der Fachoberschule ITC „de Sterlich“ aus Chieti und acht deutsche Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase der KSS teil. Begleitet wurden die Schüler/innen von der italienischen Lehrerin Virginia Casini und von Frau Curto, die auch den gesamten Austausch organisierte.

Zusammen erlebten sie eine tolle Woche, in der sie die Chance hatten mehr über das Land, die Leute und die Kultur in Deutschland zu erfahren. Ferner nahmen sie am Musik-, Sports- und Englischunterricht teil und lernten einige Projekte der KSS (Comenius und Etwinning) kennen. Besucht wurden typische Sehenswürdigkeiten wie die Zeil, die Alte Oper und der Römer mit dem Kaisersaal in Frankfurt oder der Landtag in Wiesbaden. Außerdem besuchten die Schülerinnen den deutschen Karneval, die Eissporthalle in Frankfurt und das Museum „Schloss Freudenberg“ in Wiesbaden.

Da deutsches Bier und Essen nicht fehlen durfte, gingen die deutschen und italienischen Jugendliche abends gemeinsam essen, in Pubs, auf Faschingsveranstaltungen oder verbrachten den Abend in ihrer oder anderen Gastfamilien. Alles in allem war es eine schöne und aufregende Woche, in der viel gelacht, getanzt und erlebt wurde.

Arrivederci!


Schüleraustausch Februar 2010: Padua

Schüleraustausch: Besuch aus Karben in Padua 

Vom 6.2.10 bis zum 13.2.10 besuchte eine Gruppe Karbener Schüler aus der KSS die Stadt Padua in Italien, in der Region Veneto. Begleitet von zwei italienischen Lehrern, Frau Curto und Herr Caputo, besuchten die Schüler an drei Tagen die Fachoberschule „Istituto Tecnico Commerciale Statale A. Gramsci“ und bekamen von ihren italienischen Partnern die Schule, das Schulsystem und den Unterricht gezeigt. An zwei Tagen stand der Besuch der Stadt Venedig auf dem Programm. Die italienischen Schüler präsentierten auf Deutsch und Englisch die Sehenswürdigkeiten, wie z.B. die Rialtobrücke und den Markusplatz. Anschließend blieb genügend Zeit, den Karneval und die traditionellen Masken zu sehen. Letztere sind sehr aufwändig gestaltet und die Menschen hinter den Masken nähen oft Monate an ihrem Kostüm.

In Padua stand bei der Stadtführung neben der Basilika Paduas die Piazza Prato della Valle im Mittelpunkt. Auf dem größten Platz Europas findet jeden Samstag ein Markt statt und die Uni-Absolventen werden nach ihrem Abschluss in den Kanal, der die Piazza umgibt, hineingeworfen. Verabschiedet wurden die Jugendlichen am Freitag mit einer kleinen Feier. Im April findet dann der Gegenbesuch statt.

Die Wetterauer Zeitung berichtete am 20.02.2010